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Aktuelle Sitzungen


Frühjahrssitzung 2018 der WKN (42. Sitzung)

Die Frühjahrssitzung der WKN fand am 27. März 2018 unter Leitung des Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Ferdi Schüth, statt.

Dem Gremium wurden folgende Verfahren mit der Bitte um Beratung und Verabschiedung vorgetragen:

  • Ergebnisbericht Forschungsevaluation Pharmazie an der TU Braunschweig
    (Herr Prof. Dr. Weitschies, Universität Greifswald)

Herr Prof. Weitschies wies eingangs auf die Bedeutung der Braunschweiger Pharmazie hin, die den einzigen Standort des Fachs in Niedersachsen darstellt. Das Begutachtungsergebnis sei insgesamt positiv, dies beträfe sowohl die Forschungsqualität als auch das eindeutige Profil der Braunschweiger Pharmazie in der molekularen Wirkstoffforschung und Verfahrenstechnik. Allerdings müsse die Sichtbarkeit des Fachs erhöht werden. Hierzu sollte die Pharmazie vermehrt selbst die Initiative ergreifen, Verbundvorhaben federführend zu konzipieren und zu beantragen. Zudem sollten gemeinsame Berufungen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Ansiedlung von Honorarprofessuren vorangetrieben werden. Abschließend wies Herr Prof. Weitschies auf die schlechte bauliche Situation der Pharmazie in Braunschweig hin. Für die weitere Entwicklung der Pharmazie werden aus Sicht der WKN anstehende Neubesetzungen von zentraler Bedeutung sein. Die WKN schloss sich den Ergebnissen und Empfehlungen der Fachkommission an; sie ergänzte den Bericht um eine Stellungnahme und verabschiedete den Bericht.

  • Ergebnisbericht Evaluation des Instituts für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück
    (Herr Prof. Aslan, Universität Wien)

Herr Prof. Aslan referierte als Vorsitzender der Fachkommission die zentralen Bewertungen und Empfehlungen aus der Evaluation. Dabei hob er die Notwendigkeit eines koordinierten Forschungsprofils des IIT hervor und betonte, dass Forschung und Lehre noch stärker als bisher am Ziel der Etablierung eines spezifisch europäischen Islamverständnisses ausgerichtet werden müssen. In seinen Ausführungen wurde insgesamt deutlich, dass das IIT mit sehr verschiedenen Anforderungen konfrontiert ist, die neben den theologischen bzw. religionspädagogischen Kernaufgaben insbesondere in sozialwissenschaftlichen Aspekten der Islamforschung sowie in der „Third Mission“ (Medienanfragen, Weiterbildung, Politikberatung etc.) liegen. Herr Prof. Aslan sieht eine klare Priorität in der Konsolidierung des islamisch-theologischen und religionspädagogischen Kerns des IIT. Die an sich sehr wichtige „Third Mission“ dürfe nicht zu Lasten der wissenschaftlich-theologischen Arbeit an einem genuin europäischen Islamverständnis gehen. Die WKN verabschiedete den Bewertungsbericht der Fachkommission, ergänzt durch eine Stellungnahme, die insbesondere auf das Problem der „Third Mission“ eingeht.

  • Bericht zum Stand der Strukturanalyse der landesfinanzierten außeruniversitären Forschung in Niedersachsen (Herr Prof. Dr. Schüth)

Herr Prof. Schüth berichtete von den Beratungen der Strukturkommission am Vortag. Die Strukturkommission hatte eine Reihe von übergreifenden, d. h. die gesamte Institutslandschaft betreffenden Empfehlungen formuliert. Der Bericht enthält außerdem konkrete Empfehlungen zur Entwicklung und zum zukünftigen Status jedes einzelnen der betrachteten Institute, die Herr Prof. Schüth kurz referierte. Zusätzlich zu den schon im Rahmen der ersten Sitzung der Strukturkommission im Oktober 2017 behandelten Instituten wurde in die zweite Sitzung ein Bericht zu den vom Land geförderten Wissenschaftlichen Vereinen eingebracht, die laut Auftrag des MWK in der Strukturanalyse mit zu berücksichtigen waren. Als einziges der in die Strukturanalyse einzubeziehenden Institute konnte die Akademie der Wissenschaften (AdW) zu Göttingen noch nicht abschließend bewertet werden. Die Begehung hatte verschoben werden müssen, so dass zur Sitzung der Strukturkommission noch kein Bericht vorgelegt werden konnte. Die Strukturkommission hat, wie Herr Prof. Schüth berichtete, beschlossen, den Bewertungsbericht zur AdW, direkt vom WKN-Plenum auf dessen bevorstehender Herbstsitzung beraten und verabschieden zu lassen, um diese letzte noch ausstehende Institution in die Strukturanalyse zu integrieren. Der Bericht der Strukturkommission soll der WKN auf ihrer Herbstsitzung zur Beratung, weiteren Kommentierung und anschließender Verabschiedung vorgelegt zu werden.

  • Bericht zum Wissenschaftlichen Beirat Universitätsmedizin Niedersachsen
    (Herr Prof. Dr. Heinze)

Der Wissenschaftliche Beirat Universitätsmedizin Niedersachsen hatte dem MWK Ende November 2017 eine erste Stellungnahme mit Einschätzungen und Empfehlungen zu den von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) vorgelegten Masterplänen hinsichtlich des klinisch-wissenschaftlichen Profils vorgelegt. Herr Prof. Heinze stellte die wichtigsten Aussagen der Stellungnahme noch einmal zusammenfassend dar und betonte als wesentliche Anforderungen an einen Neubau die Verbindung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung sowie die Anpassungsfähigkeit an eine sich wandelnde Medizin. Die vorliegenden Planungen der UMG würden vom Beirat begrüßt. An der MHH müsse noch über den Standort für einen Neubau entschieden werden, wobei der Beirat nachdrücklich für die Variante mit den größeren zur Verfügung stehenden Flächen (Stadtfelddamm) plädierte. Herr Prof. Heinze wies auch auf das an der MHH konzipierte Konzept zu einer autonomen Verkehrsführung hin, welches eine große Zustimmung des Beirats fände. Die Staatssekretärin Frau Dr. Johannsen ergänzte die Ausführungen von Herrn Prof. Heinze und berichtete, dass die Standortfrage für den Neubau der MHH erst nach Vorlage eines ausgeschriebenen Gutachtens, voraussichtlich im Herbst, entschieden werden könne. Die WKN äußerte ihre Hoffnung, dass notwendige Entscheidungen möglichst zügig gefällt werden und der Baubeginn nicht weiter verzögert wird.

  • Bericht zur Forschung an Fachhochschulen – Überblick über die einzelnen Verfahren
    (Herr Prof. Dr. Schüth)

Herr Prof. Schüth führte einleitend aus, dass mit der Verabschiedung des Evaluationsberichts zur Fächergruppe Wirtschafts- und Rechtswissenschaften auf der vergangenen Sitzung die Evaluation der Forschung an niedersächsischen Fachhochschulen durch die WKN abgeschlossen worden sei. Die Geschäftsstelle hatte zu den übergreifenden Empfehlungen der Evaluationskommissionen (bspw. zu Fragen des Promotionsrechts oder der Personalrekrutierung) eine Übersicht der Ergebnisse der vier Verfahren erstellt und um wichtige Ergebnisse aus aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Thema Forschung an Fachhochschulen ergänzt. Insgesamt kam die WKN zu dem Schluss, dass sie das Thema vorerst ruhen lassen wolle; es sollte abgewartet werden, wie die Fachhochschulen die Empfehlungen aus den Berichten umsetzen. Zu den übergreifenden Fragen gebe es eine bundesweite Diskussion, zu der die WKN zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine substantiell neuen Empfehlungen beitragen könne.

  • Ergebnis des Monitorings zur flächendeckenden Sicherung der Forschungsqualität – Zyklus 2017
    (Herr Dr. Buchholz)

Herr Dr. Buchholz legte einleitend dar, dass die Monitoringgruppe im Monitoringzyklus 2017 das Fach Informatik an Universitäten und Fachhochschulen näher beleuchtet habe. Wie im Monitoringverfahren vorgesehen, seien Berichte zur Informatik in diesem Fall sowohl an den Fachhochschulen als auch an den Universitäten erstellt worden. Die Ergebnisse legten eigentlich eine Evaluation des Fachs Informatik an niedersächsischen Hochschulen nahe. In unmittelbarem Zusammenhang mit den genannten Ergebnissen im Fach Informatik stünde jedoch die vom Land geplante Ausschreibung „Digitalisierungsprofessuren“, in deren Rahmen das Land zusätzlichen Professuren schaffen wolle. Das MWK hat die WKN mit der Durchführung des Auswahlverfahrens und einer begleitenden Prozessbewertung beauftragt. Die WKN empfiehlt, dass Stärken-Schwächen-Analysen Bestandteil der von den Hochschulen einzureichenden Bewerbungskonzepte sein sollten. Unter der Voraussetzung, dass diese Empfehlung aufgegriffen wird, hält die WKN eine erneute Evaluation des Fachs Informatik zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für erforderlich und nicht für sinnvoll.

  • Ergebnis der Begutachtung des Laser Zentrums Hannover (LZH)
    (Herr Dr. Wendler)

Herr Dr. Wendler stellte das Verfahren und dessen wichtigste Ergebnisse vor. Demnach handelt es sich beim LZH, das beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium (MW) ressortiert, um ein auf allen Ebenen sehr leistungsfähiges und erfolgreiches Institut der Laser- und Photonikforschung, das auf nationaler und internationaler Ebene sehr gut vernetzt ist, hingegen auf regionaler Ebene – insbesondere in Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen – die wichtige Funktion eines Inkubators übernimmt. Sehr erfreulich sei, dass das Laser Laboratorium Göttingen, das im Rahmen der „Strukturanalyse AUF“ ebenfalls von derselben Gutachtergruppe evaluiert wurde, auch sehr gut bewertet wurde und sich hinsichtlich Portfolio und Schwerpunktsetzung gut mit dem LZH ergänze. In der außeruniversitären Laser- und Photonikforschung, so das Fazit der Gutachtenden, sei Niedersachsen sehr gut sichtbar, spiele national und in einigen Bereichen auch international eine wichtige Rolle. Nach kurzer Diskussion machte sich die WKN den Bericht der Gutachtenden zu Eigen und verabschiedete ihn.


Die kommende Herbstsitzung wird am Dienstag, den 23. Oktober 2018 stattfinden.

Der Termin für die nächste Frühjahrssitzung ist Dienstag, der 26. März 2019.

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